[Filme] Superman (1978)

Superman, 1978

Some people can read War and Peace and come away thinking it's a simple adventure story. Others can read the ingredients on a chewing gum wrapper and unlock the secrets of the universe. 

Der Planet Krypton steht vor seinem Ende, schon lange warnt Jor-El (Marlon Brando) davor, aber niemand hört ihm zu. Im letzten Moment schaffen es Jor-El und seine Frau ihren gemeinsamen Sohn in Richtung Erde zu schicken und so zu retten.

Auf der Erde wird der Junge von den Kents aufgenommen und gross gezogen. Er erhält den Namen Clark Kent (Christopher Reeve), zieht nach dem Tod seines Ziehvaters in die grosse Stadt Metropolis und setzt seine Kräfte als "Superman" für das Gute ein. Während sich Clark also einlebt und um die hübsche Lois Lane (Margot Kidder) wirbt, plant der Schwerverbrecher Lex Luthor (Gene Hackman) Superman in eine Falle zu locken...

Nachdem ich bei den Marvel-Filmen so gut wie möglich alles aufgeholt habe, kommen nun die DC-Filme an die Reihe. Angefangen mit "Superman" aus dem Jahre 1978.

Eigentlich konnte ich mit Superman nie besonders viel anfangen. Er war mir immer zu geschniegelt, zu perfekt, zu super halt. Ein Typ, der alles kann - nicht sonderlich spannend. Als dann immer mehr Comicverfilmungen auf den Markt kamen, wurde ich doch immer neugieriger und war somit sehr gespannt darauf, den ersten Superman-Film sehen zu können.

Ich war wirklich positiv überrascht von dieser Verfilmung. Clark Kent ist ein überaus sympatischer Charakter und gar nicht so perfekt, wie ich immer dachte. Aber doch perfekter als manch andere. Ob es mir nun aufgefallen ist oder nicht, hatte ich wohl immer Reeves Gesicht vor mir, wenn ich an Superman dachte, er passt also somit sehr gut in diese Rolle.

Fast mehr hat mir aber der Bösewicht Lex Luthor gefallen. Ein böses Genie, das damit nicht hinter dem Berg hält. Sehr seriös dargestellt von Gene Hackman, der ja auch kein Unbekannter ist. Luthor ist eine schillernde Persönlichkeit, die mir aufgrund Supermans Perfektionismus umso faszinierender erscheint. Auch sticht er aus den meisten Bösewichten hervor, da er sich nicht in irgendein aufgepumptes Monster verwandelt, sondern seinen Verstand verwendet.

Lois Lane ist eine eher typische 70er-Jahre-Frau. Irgendwo zwischen Emanzipation und Liebchen. Sie soll als Karrierefrau dargestellt werden, aber ja nicht zu sehr (deshalb wohl diese Einschübe mit der Rechtschreibung, die ich als äusserst störend empfand) und schlussendlich ist sie doch nur dazu da, gerettet zu werden. Da haben die Begleiterinnen von z.B. Dr. Who schon ein paar Jahre zuvor mehr drauf gehabt.

Dennoch habe ich den Film sehr genossen und konnte mich gut mit Clarks Abenteuern unterhalten. Es ist kurzweiliges Popcorn-Kino, das Zuschauer aus dem 21. Jahrhundert ungewollt zusätzlich amüsiert, da die Effekte noch anders dargestellt sind als wir es uns unterdessen gewohnt sind. Für mich gibt das zusätzliche Sympathiepunte, beweist "Superman" doch, dass es keine grossen Computeranimationen braucht, um gute Effekte zu erzielen.

Auch der Humor kommt nicht zu kurz, was mich 1. bei DC überrascht und 2. bei Supermans stets so ernstem Gesicht ebenfalls. Ich kannte diesen Helden wohl einfach nicht gut genug. Oder nur die falsche Seite. Diese Verfilmung auf jeden Fall brachte mich öfter zum Lachen als ich erwartet hätte, sodass ich den gesamten Streifen sehr ins Herzen geschlossen habe.

So viel zum Thema Vorurteile. Mal sehen, wie sich diese Figur im Laufe der Zeit noch entwickeln wird.

Bechdel-Test: nicht bestanden
Es gibt Lois Lane und Clarks Ziehmutter (seine richtige Mutter hat nicht mal einen Namen!), aber die treffen sich (noch?) nicht. Also keine Chance.

Lieblingsszene: Die Balkonszene mit dem Interview ist echt witzig gestaltet. Aber am liebsten habe ich wohl die Einführung von Lex Luthor mit seinen Anhängseln um ihn herum. Der Typ hat es mir echt angetan :)


Produktionsland: USA, UK
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Superman
Regisseur:  Richard Donner
Label: Warner
Laufzeit: 145 Minuten
FSK: ab 12
Erscheinungstermin: 1978

Kommentare :

  1. Die Christopher Reeve-Version ist immer noch die beste, weil die nicht so übertrieben und überladen ist wie die späteren Remakes.

    LG
    Stephan

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    1. Sowas dachte ich mir bereits, auch ohne weitere Filme zu kennen...

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    2. :-)

      Die Zack-Snyder-Filme ("Man of Steel"; "Batman v Superman: Dawn of Steel") sind zwar stilistisch ein Augenschmaus, aber unterm Strich: too much.

      Regisseur Bryan Singer brachte mit "Superman Returns" eine sehr werkgetreue Adaption in die Kinos, allerdings ist die unterm Strich schon zu werkgetreu, und zudem äußerst langweilig. Und nichts gegen Kevin Spacey, aber niemand kann Gene Hackman toppen. :-)

      LG
      Stephan

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    3. Entschuldige, aber die Korrektur muss sein:
      Ich meinte natürlich "Batman V Superman: Dawn of Justice". :D

      LG
      Stephan

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    4. Das scheint leider ein modernes Phänomen zu sein: aussen hui, innen pfui :(

      Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie jemand Gene Hackman toppen soll :)

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    5. Diese 'außen hui, innen pfui'-Blockbuster mehren sich leider von Jahr zu Jahr. Als ob man mit etwas 'Langweiligem' angeblich kein Geld mehr verdienen kann (Blumhouse Productions belehrt uns damit bereits eines besseren).

      LG
      Stephan

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    6. Vielleicht ist die aktuelle Generation auch wie ein Kind mit einem neuen Spielzeug - wir haben nun all diese neuen Computerprogramme, die all diese tollen Dinge machen können. Natürlich will da jeder mit spielen. Dabei gehen auch schon mal wichtige Dinge vergessen...

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    7. Klingt plausibel.

      LG
      Stephan

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