[Filme] Late Phases

Late Phases, 2014


The only thing I was good at was being a soldier. That is what I am and that is how I am going out. 

Der Veteran Ambrose McKinley (Nick Damici) zieht gemeinsam mit seinem Blindenhund in eine Siedlung für Rentner. Immer wieder kommt es dort angeblich zu Überfällen wilder Tiere, gegen die man laut Aussage der Polizei nicht viel machen kann.

Als Ambrose miterlebt, wie seine Nachbarin einem solchen Angriff zum Opfer fällt, stellt der Vietnamveterean rasch fest, dass es sich nicht einfach nur um Attacken von Tieren handelt.

Ein Werwolf treibt in der Siedlung sein Unwesen...

Gekauft haben wir diesen Film eigentlich vor allem wegen der schönen Steelbook-Ausgabe. Solche Blu-Rays machen einfach sehr viel her. Aber inhaltlich haben wir Beide nicht viel erwartet, ein typisches B-Movie mit Werwölfen.

Nach dem Schauen waren wir uns aber einig, dass „Late Phases“ eindeutig um einiges besser ist als wir gedacht hätten. Dies ist eine jener Perlen, die man manchmal in Wühlkisten findet. Sie sind selten und deshalb etwas ganz Besonderes.

Zum Einen überzeugt Nick Damici in der Rolle des blinden Ambrose. Ich mag diese ruppige Art, diese kernigen Figuren, die überall anecken, aber genau wissen, was sie tun. Meistens jedenfalls. Ambrose mag zwar blind sein, aber er ist kein Opfer, nur schon seine militärische Karriere verbietet ihm das. Bald ist ihm auch klar, was vor sich geht, während alle Anderen im wahrsten Sinne des Wortes sehenden Auges ins Unglück rennen.

Spoiler: Der Hund stirbt leider schon sehr früh. Doch ist dies hier kein Drücken auf die Tränendrüsen sondern ein wichtiges erzählerisches Element. Ohne den Tod des Hundes käme die Geschichte nicht zustande. So kann ich den ehrenhaften Tod des süssen Vierbeiners durchaus akzeptieren, während mir das z.B. bei Sam aus „I Am Legend“ noch immer schwer fällt (das hätte nicht sein müssen).

„Late Phases“ ist anders als erwartet und funktioniert auch ganz anders als erwartet. Der Film lebt nicht von langweiligen Schockern, sondern durch das Kalkül von Ambrose, seinem Plan und den Menschen um ihn herum. Denn es muss jemand aus dem Dorf sein. Aber wer?

Die Werwölfe selber sehen aus wie diese Trollfiguren, die in den 90ern so beliebt waren. Ob das Absicht sein mag - wer weiss. Auf jeden Fall sehen sie sehr lustig aus und sind dabei doch irgendwie gruselig. Genau wie diese Trolle, um die ich als Kind einen grossen Bogen gemacht habe und noch immer mache.

Was aber ausserordentlich gelungen ist (neben der ganzen Spannung im Film), ist die Verwandlung der Werwölfe. Kein Glitzern oder Glänzen, auch kein Verschwischungseffekt oder Herauszoomen der Kamera. Die Figuren reissen sich nämlich wirklich die Haut vom Leibe. Das ist eklig, gruselig und genial.

Dieser Film ist gut durchdacht, gut besetzt und gut gemacht. Alles in Allem also ein sehr guter Film, den ich vor allem Genrefans empfehlen möchte. 

Bechdel-Test: nicht bestanden
Frauen spielen eine untergeordnete Rollen, sind aber vorhanden.

Lieblingsszene: Die typische "Der Militär zieht in den Kampf"-Szene und natürlich jene, in der Ambrose sich im Haus der Nachbarin "umsieht" und beinahe deren Mann umnietet.

Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Late Phases
Regisseur: Adrián García Bogliano
Label: Dark Sky Films
Laufzeit: 95 Minuten
FSK: ab18
Erscheinungstermin: 09.03.2014

Kommentare :

  1. Als der damals neu auf DVD rauskam, da fiel er mir bereits bei meinen ganzen DVD-Magazinen auf. Gesehen habe ich ihn noch nicht, möchte ich aber noch. Deine Rezi bestätigt meine damaligen Erwartungen, ein eigentlich 08/15-Werwolffilm, der doch ein klein wenig anders ist.

    LG
    Stephan

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    1. Dein Eindruck passt ziemlich genau :) Bin gespannt, was du dazu sagen wirst, falls du ihn zu sehen bekommst.

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    2. Bin ich auch. :-)

      Ich denke mal, selbst, wenn er mir nicht zusagen sollte, wird er mir dennoch mittelmäßig gefallen. Bei mir war es immer so, dass ich eigentlich immer Werwölfe den Vampiren vorgezogen habe.

      Bei "Twilight" war ich auch beim Team Jacob. ;-)

      Ich fand die Hunde immer irgendwie cooler. Das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass mein erster richtiger Werwolf-Film "An American Werewolf In Paris" war.

      Es ist zwar schon ewig her, dass ich ihn sah, aber versuche mal den Film "Dog Soldiers" mit unter anderem Sean Pertwee, Kevin McKidd und Liam Cunningham.
      Und die "Underworld"-Movies sehe ich mir auch sehr gerne an.

      Mit einem Werwolf als Monster kannst du, im Vergleich zu Vampiren, eigentlich nichts falsch machen, die ziehen immer. Es gibt ja auch zum Beispiel eine sehr gelungene "Doctor Who"-Folge mit einem Werwolf als Bösewicht. :-)

      LG
      Stephan

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    3. Endlich mal jemand, der das auch so sieht. Ich mag Werwölfe viel lieber als die Vampire. Somit war ich natürlich auch Team Jacob (die Wölfe sind in den Filmen auch so toll flauschig animiert :D)

      Habe "Dog Soldiers" auf die Liste gesetzt - das Cover sieht ja mal "speziell" aus :D Die Underworld-Serie möchten der Hexenmeister und ich dann mal zusammen anschauen.

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    4. Von der "Underworld"-Reihe fehlen mir noch der vierte und der aktuelle fünfte Teil.

      Wenn man mich nach meinem persönlichen Lieblings-Werwolf-Film fragt, dann würde ich spontan "An American Werewolf in Paris" nennen. Ich denke, dies liegt allen voran daran, dass dies eben mein erster richtiger Werwolf-Film war. Wäre es damals ein anderer gewesen, dann hätte ich den auf das Podest gestellt, aber ich bin froh, dass es dieser wurde.

      Mir fallen gerade noch viel mehr coole Werwolf-Filme ein. "Teen Wolf" mit Michael J. Fox. Der schlicht betitelte "Wolf - Das Tier im Manne" mit Jack Nicholson und James Spader.

      Nicht nur das Cover von "Dog Soldiers" ist speziell. Der Regisseur ist Neil Marshall. Ein Regisseur, der keine Hemmungen vor Blutfontänen und -schwallen so wie Gewalt hat.

      Ich denke, wenn ich "The Descent - Abgrund des Grauens" erwähne, dann reicht das schon. :D

      Dann wären da noch "Doomsday - Tag der Rache" und "Centurion" mit Michael Fassbender.

      Er hat anscheinend auch bei 2 Episoden von "Game of Thrones" Regie geführt. Dann kann ich allerdings (noch) nichts dazu sagen, habe die Serie nicht gesehen.

      LG
      Stephan

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    5. Von den meisten Titeln habe ich tatsächlich schon gehört, sie aber noch nicht gesehen. "Teen Wolf" interessiert mich dabei wohl am meisten. Wurde daraus nicht auch eine Serie gemacht?

      Oh, Blutfontänen klingen immer gut! Ich glaube, "The Descent" habe ich mal gesehen - könnte aber auch ein Film mit demselben Titel gewesen sein...

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    6. Ja, aus "Teen Wolf" hat man sogar viele Jahre später eine Serie gemacht. Sie basiert sogar auf dem "Teen Wolf"-Film. Aber ehrlich gesagt ist das Wort basieren bereits zu übertrieben gewählt. Zwei winzige Elemente sind vertreten, das wars. Macht aber nichts, die Serie hats drauf.

      LG
      Stephan

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    7. Im Internet stolpert man immer wieder über "Teen Wolf" - ich glaube, ich versuch die Serie mal :)

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    8. Ich kenne leider nur eine einzige Folge. Ich weiß allerdings noch, bei dieser einen Folge konnte ich nicht wegzappen. Nicht, weil sie von der Story her so spannend war, sondern eher wegen dem Inszenierungsstil der dich nicht loslässt - obwohl der eigentlich 08/15 ist. Die Serie wurde von MTV entwickelt, irgendwie bauen die unterbewusst in ihre Bildsprache etwas ein, dass dich in den Bann zieht. Nur so kann ich es mir erklären. Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll, aber dieser Hauch von Hippem, Dynamischem hat etwas Charismatisches an sich.
      Das war schon immer so, als MTV noch ein Free-TV-Sender war (lang ist's her *g*), da war ich im Zuge des Zappens nur einmal kurz drauf, konnte dann aber nicht mehr wegschalten.

      LG
      Stephan

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    9. Das klingt ja richtig spannend! Ich freu mich schon darauf, wenn ich die Serie zu Gesicht bekomme :)

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